Ferne Sterne & die Welt «dazwischen» – Was beeinflusst Entscheidungen?
Ich erinnere mich noch gut daran wie es war, das erste Mal im Leben sprachlos zu sein. Tatsächlich hatte ich dies nicht erwartet und tatsächlich war es eine Nacht die ich nie mehr vergessen sollte. Das ist die Geschichte von der Nacht, als ich einen Einblick in die Unendlichkeit bekommen durfte. Um mein 20. Lebensjahr herum, absolvierte ich – wie viele junge Schweizer – den obligatorischen Militärdienst. Das intensive Rekrutenschule-Tagesprogramm in der Natur gefiel mir. Als Nachteule fand ich die vielen Nachtübungen besonders spannend. In aufwendiger Tarnmontur schlichen wir unbemerkt und geräuschlos durch die Finsternis. Das Ziel war es, in tiefster Nacht mit der Umgebung und der Natur zu verschmelzen. Im nächtlichen Wald bewegte man sich so, dass man zur Nacht oder zum Wald wurde. Damit wir uns «wie Panter» durch die Nacht bewegen konnten, wurden Nachtsichtgeräte eingesetzt. Ein Nachsichtgerät – auch RLV genannt – funktioniert als Rest-Licht-Verstärker. Wie aus den Filmen bekannt, wirkt durch das Feldstecher-ähnliche Gerät blickend, alles grün. Das wenige, übrig-vorhandene Licht einer Nacht wird verstärkt, wodurch stückweit auch die Sicht in der Nacht möglich wird.
Eines Nachts schwankte mein Blick während einer Pause in Richtung Himmel. Was ich durch das Nachtsichtgerät sah, verschlug mir die Sprache. Aus einer schönen Sternennacht wurde ein Blick in die Unendlichkeit. Durch die Rest-Licht-Verstärkung sah ich den Sternenhimmel das erste Mal in seiner «vollen Pracht». Aus einem schönen Himmelsbild mit vielen Sternen wurde ein Himmel voller Sterne. Lücken zwischen den Sternen sah ich keine, es gab nur Sterne. Diese Schönheit der Natur bewegte mich sehr. |

Die unzähligen Sterne und Schönheiten waren die ganze Zeit da und ich habe sie nicht gesehen.
Was sonst ist schon lange da, was ich nicht sehe?
Obwohl schon viele Jahre seit dieser prägenden Sternstunde vergangen sind, denke ich immer wieder gerne daran. Mit diesem Blog versuche ich meine Erkenntnisse daraus in Worte zu fassen.
1. Erkenntnis: Es gibt viel mehr Schönes um mich herum als ich je gedacht habe. Ich darf lernen, diese versteckten Schönheiten immer wieder zu entdecken.
Change the way you look at things, and the things you look at change. – Dr. Wayne Dyer
2. Erkenntnis: Nebst der bekannten Welt der sichtbaren Sterne gibt es auch eine riesige Welt voller unbekannter, fast schon versteckter Sterne. Im Leben ist es vielleicht mit versteckten Sternen wie mit den versteckten Chancen und Möglichkeiten: Vielleicht bedeutet «nach den Sternen greifen» also einen Pfad in Richtung des versteckten Sternes zu kreieren und darauf zu vertrauen, dass die Sternstunde kommen wird – selbst wenn der Stern selbst (noch) nicht sichtbar ist.
Que sera, seraWhatever will be, will beThe future’s not ours to seeQue sera, seraWhat will be, will be – Doris Day
3. Erkenntnis: Im Leben gibt es einen Unterschied zwischen «Auswählen» und «Entscheiden». Wenn jeder Stern – sichtbar oder unsichtbar – für einen Weg im Leben steht, habe ich mehrere Möglichkeiten. Einerseits könnte ich zwischen den vorhandenen und offensichtlichen Sternen - da sie ja alle für mich sichtbar sind - auswählen. Andererseits könnte ich mich auch über die bestehende Sternen-Auswahl hinaus für einen (noch) unsichtbaren Stern, und somit für einen alternativen Weg, entscheiden. Vielleicht gewinnen Neuanfänge und neue Perspektiven – wie meine Sternstunde mit dem Nachtsichtgerät – von der Frage:
«Was gibt es eigentlich sonst noch für Sterne und Wege?»
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben. – Hermann Hesse
Wie die versteckten Sterne – war auch ich im damaligen Lebensabschnitt in einer Welt «dazwischen»: Nicht mehr im Gymnasium und noch nicht an der Universität. Das Alte war nicht mehr und das Neue noch nicht. In solchen Umbruchs- und Veränderungsphasen können anstehende Entscheidungen besonders viel Klarheit benötigen.
Die Sternstunden-Nacht lehrte mich nach den versteckten Sternen und den kleinen Geschenken des Lebens Ausschau zu halten. Sie zeigte mir ausserdem auf, dass es im Leben und in Entscheidungssituationen «Offensichtliches und Sichtbares» sowie «Verstecktes und (noch) Unsichtbares» geben kann.
Darüber hinaus durfte ich aus dieser Nacht mitnehmen, dass es im Leben viel mehr «Sterne» gibt als ich dachte und dass es Wege gibt, diese zu erkennen. |
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Alles Gute & Viele Sternstunden wünschend,
Samuel
P.S.: falls dich dieser Newsletter-Beitrag angesprochen hat, könnte der Entscheidungsworkshop vom 25. Oktober genau das richtig für dich sein. Wir würden uns über deine Teilnahme im Pilgerhaus Maria-Rickenbach freuen.
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